Logbuch und Kalender

Einladung zur Mitgliederversammlung

Herzliche Einladung Mitgliederversammlung des Kirchbauvereins Reinhausen

WANN: 8. April 2026, 19:30 Uhr

WO: Kapelle der St. Christophoruskirche

  1. Begrüßung
  2. Feststellen der Beschlussfähigkeit
  3. Anmerkungen zur Tagesordnung; Beschluss der Tagesordnung
  4. Gedenken der verstorbenen Mitglieder
  5. Beschluss des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung vom 24.4.25
  6. Grußworte
  7. Bericht des Vorsitzenden
  8. Kassenbericht
  9. Bericht der Kassenprüfer
  10. Antrag auf Entlastung des Vorstandes
  11. Entlastung des Vorstandes
  12. Wahl des zweiten Beisitzers im Vorstand
  13. Wahl der Kassenprüfer
  14. Imbiss
  15. Vortrag: Salbei, Wein und Schweineschmalz – Heilkunst hinter Klostermauern

Interessenten sind herzlich willkommen!

Konservierung der Wandmalereien in der Eingangshalle

Treffen des KBV-Vorstandes mit der Restauratorin der Wandmalereien

Während die Gewölbe- und Wandmalereien im April in unserer Kirche restauriert wurden, hatten die Mitglieder des KBV-Vorstandes die Möglichkeit, sich von der Restauratorin Ina Heine die Arbeiten an den Wandmalereien erklären zu lassen, denn dieses Projekt wurde vom Kirchbauverein finanziert. Streng genommen sei es ja keine Restaurierung, hat uns Frau Heine erklärt, sondern eine Konservierung, denn die Arbeiten haben nicht das Ziel, die Wandmalereien in einer irgendwie gearteten früheren Form wieder herzustellen, sondern es gehe einzig und allein darum, den Bestand in dem derzeitigen Zustand zu erhalten, damit die Malereien während der anstehenden Sanierung der Kirche keinen Schaden nehmen.

Laut dem Kirchenführer von Ulfrid Müller (1929-2019) stammen die Fresken „ihrem Charakter nach aus der 1. Hälfte des 15.Jhdts.“ (U. Müller: Die Klosterkirche Reinhausen, in: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte Band IX  1970, S.27). Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Bilder mehrfach übermalt. Die Malereien, die wir heute sehen, wurden um 1900 freigelegt und in den 60er Jahren nachgemalt, damit die alten Bilder wieder gut sichtbar sind. Dabei wurden überwiegend die Kontur- und Binnenlinien nachgezogen sowie Teilbereiche einfarbig übermalt. Die Feinheiten und Details der Darstellungen sind zum Teil kaum noch nachvollziehbar.  Teilweise wurden auch grobe Putzergänzungen vorgenommen, so dass an diesen Stellen die Malereien eine andere Oberflächenstruktur aufweisen.

Was bedeutet es nun konkret, den Bestand zu sichern? Es geht dabei darum, den teilweise lockeren Putz zu befestigen, da bei der bevorstehenden Kirchensanierung die Gefahr besteht, dass der Putz bereits bei leichten Erschütterungen abfällt. Frau Heine hat dafür den sogenannten Perkussionstest gemacht, d.h. den Putz vorsichtig mit dem Finger abgeklopft, um zu hören, wo sich Hohlräume verbergen. Diese Hohlräume mussten mit einem Injektionsmittel gefüllt werden, damit der Putz wieder fest mit dem Mauerwerk verbunden ist. Das Bindemittel wird aus einem Pulver auf Kalkbasis mit Wasser angerührt und dann mit einer kleinen Spritze (aus der Apotheke) in ein Löchlein im Putz gespritzt. Als Fachmann wollte Hartmut Geries gern wissen, wie das Mischungsverhältnis von Wasser und Kaltpulver ist. Das hänge von der gewünschten Fließfähigkeit ab, erläuterte Frau Heine. Je schmaler der Abstand zwischen dem Putzträger und der Putzscholle, desto dünnflüssiger müsse das Hinterfüllmaterial sein. Zum Hinterfüllen werden bereits im Putz vorhandene Risse und Löcher genutzt. (Die Anbindung der losen Putzschollen mithilfe des Injektionsmittels erfolgt über den chemischen Prozess der Carbonatisierung.) Wenn die Gefahr besteht, dass die Kalklösung wieder aus dem Loch herausläuft, wird ein kleiner Wattebausch in das Loch gestopft, um den Abfluss zu verhindern. Es ist während der Konservierungsarbeiten wichtig, dass die Temperatur nicht unter 10°C fällt und es darf auch nicht zu warm werden, aber die Gefahr bestand trotz des Sonnenwetters im April wegen der dicken Kirchenmauern nicht.

Neben den Informationen zum konkreten Vorgehen während der Konservierung hat uns Frau Heine auch noch einige andere interessante Details zu den Wandmalereien erzählt. So gibt es an einigen Stellen sogenannte Strichretuschen, d.h. dort wurden in den 1960er Jahren Stellen, an denen keine Farbe mehr vorhanden war, mit vielen kleinen Strichen nachgemalt. Die Konturlinien, die in den 60 Jahren nachgezogen wurden, sieht man besonders gut bei der Auferstehungsszene auf der Orgelempore. Heute würde man Konturlinien nicht mehr so nachzeichnen, weil die Figuren dadurch sehr schematisch erscheinen, wie man gut an den Wachen am Grab sehen kann. Die Figuren wirken deshalb fast wie aus einem Comic, meinte Frau Heine. Diese Information fand ich besonders interessant, denn ich hätte solche Konturlinien immer als typisch Mittelalter eingestuft.

Auf eine besondere Malerei hat uns Frau Heine schließlich auf dem Dachboden hingewiesen. Dort sieht man ein Fabelwesen ohne Kopf, hinter dem die Restauratoren einen Basilisken vermuten. Warum dieser Basilisk dort zu sehen ist, kann bisher noch niemand sicher sagen. Es wäre gut möglich, dass dieses Fabelwesen zur Abwehr böser Geister dorthin gemalt wurde. Dem widerspräche allerdings die ungewöhnliche Position auf dem Dachboden. Zwar sei in alten Schriften davon die Rede, dass sich unter dem Turm mehrere Kapellen befunden hätten, so dass man davon ausgehen könne, dass dieser Basilisk ein Bestandteil der Malerei in einer dieser Kapellen gewesen sei, es wurden aber bisher keine Anzeichen dafür gefunden worden, dass sich an dieser Stelle auf dem Dachboden tatsächlich eine Kapelle befunden hat. Herr Behrmann ergänzte dazu, dass eine solche Funktion der Geisterabwehr im Mittelalter das Tympanon hatte, das im Kirchenportal als Abschlussstein anstelle des Rundbogens verankert war. Heute kann man hinter dem Altar das Fabelwesen im Tympanon – einen Löwen – noch bewundern. Dass gerade der in unseren Wäldern fremde Löwe zur Abwehr des Bösen diente, folge aus einem Vers aus dem ersten Petrusbrief Vers 8: „Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge“, hat Herr Behrmann noch hinzugefügt.

Für alle Beteiligten waren die Ausführungen von Frau Heine überaus interessant und wir sind Frau Heine sehr dankbar, dass sie sich Zeit für uns genommen hat.

Katja Freise

Frau Heine erläutert das Vorgehen
Löcher in Putz zum Einspritzen der Füllmasse
Strichretuschen
Der Fachmann begutachtet die Füllmasse
Wachen am Grab
Basilisk neben der Treppe zum Dachboden

Kirchenbau im Mittelalter. Vortrag von Prof. Dr. Arnd Reitemeier

Am 18.11. hat der Kirchbauverein zum Vortrag in die Christophorus-Kirche eingeladen. Das Thema Kirchenbau im Mittelalter hat zahlreiche Mitglieder des Kirchbauvereins und andere Interessierte aus den benachbarten Dörfern und aus Göttingen in die Kirche gelockt. Prof. Dr. Arnd Reitemeier, Direktor des Instituts für Historische Landesforschung der Uni Göttingen, hat das gespannte Publikum auf eine sehr interessante und kurzweilige Zeitreise mitgenommen. „Stellen Sie sich vor, Sie sind um 1400/1500 der Kirchenmeister einer Kirche und für alles verantwortlich, was in der Kirche so anliegt. Das heißt, wenn Sie an einem trüben Novembermorgen noch im warmen im Bett liegen und der erste Glockenschlag zu hören ist, konnten Sie schon einmal aufatmen, denn der Tag hat gut begonnen. Der Küster war rechtzeitig erschienen, das Glockenseil nicht gerissen und die Glocke hatte keinen Sprung.“ So begann Herr Reitemeier seinen Vortrag und hat mit einem Schlag die Anwesenden in seinen Bann gezogen. Weil die Kirchenglocke als zentraler Zeitgeber im Ort von herausragender Bedeutung war, hätte hier schon das erste Problem auftreten können, das der Kirchenmeister zu lösen hat, denn er stand der sogenannten Kirchenfabrik, der fabrica iglesia vor, die die finanziellen Mittel einer Kirche verwaltete, sich um den Erhalt des Kirchengebäudes kümmerte, aber auch für die Beschäftigten zuständig war. Er wurde vom Rat der Stadt oder der Gemeinde in das Amt gewählt und übte es neben seinem Beruf als Kaufmann oder wohlhabender Landwirt aus. Wenn ein Bauvorhaben geplant war, musste sich der Kirchenmeister um alles kümmern, was damit verbunden war. So musste er beispielsweise die Steinmetze und Schmiede auswählen, die die Arbeiten auszuführen hatten. Er musste die Steine herankarren lassen, die der Steinmetz in einem meist nahen Steinbruch ausgewählt hat oder das Holz besorgen, das der Schmied für sein Feuer benötigt. Regelmäßig musste der Zustand des Kirchengebäudes kontrolliert werden. Besonders das Dach musste immer wieder überprüft werden, denn die Nägel, mit denen die Schindeln befestigt wurden, waren aus Eisen und konnten rosten. Dass eine Schindel sich verschiebt oder herunterfällt war deshalb gar nicht so selten.  „Viel Spaß oben auf dem Dach der Kirche“, kommentiert Herr Reitemeier die Dachinspektion und erntet Heiterkeit. Bei geplanten Erweiterungen oder Neubauten von Kirchen musste der Kirchenmeister auch das nötige Geld beschaffen. Eine besondere Herausforderung bei einem Kirchenneubau war die Planung des Turms, denn der musste den schweren Glockenstuhl tragen und die Schwingungen der Glocke aushalten. Nicht selten kam es vor, dass der Turm nicht vollendet werden konnte, weil der Boden nicht fest genug war. Da haben wir mit unserer Reinhäuser Kirche besonderes Glück, denn der Felsen ist ein sehr stabiler Untergrund, so dass unsere Kirche sogar zwei Türme hat. Eine wesentliche Aufgabe des Kirchenmeisters bestand darin, religiöse Feiern sicherzustellen und die Störung der Totenruhe auch während der Bauarbeiten zu verhindern. Ein Problem, das in Anbetracht der anstehenden Bauarbeiten auch bald wieder in unserer Kirche auf der Tagesordnung stehen wird. Nur dass sich nunmehr kein Kirchenmeister darum kümmern wird, sondern der Kirchenvorstand, der das Amt für Bau- und Kunstpflege als fachkundige Einrichtung an seiner Seite hat. Dieses wird auch den größten Anteil an der Bauaufsicht übernehmen.
Alle interessanten Details aufzuzählen, mit denen Herr Reitemeier seine Zuhörer fesselte, würde hier zu weit führen. Auf einen Aspekt möchte ich aber angesichts der bevorstehenden Fastenzeit/Passionszeit doch noch eingehen: Aufgrund der Kosten, die nicht nur im Zusammenhang mit dem Kirchengebäude, sondern auch sonst in der Gemeinde anfielen – etwa für Hostien/Oblaten, Kerzen oder Messwein/Abendmahlswein – musste der Kirchenmeister einen Großteil seiner Anstrengungen auf die Geldbeschaffung richten. Während der Fastenzeit konnte er beim Weihbischof Fasten-, Milch- oder Eierablassbriefe kaufen, die er dann weiter in der Gemeinde verkaufte, um so die Kirchenkasse zu füllen. Die Gläubigen kauften gern solche Ablassbriefe, dann damit konnten sie das Fastengebot umgehen.
Wie mitreißend der Vortrag war, konnte man auch an den vielen Fragen sehen, die das Publikum im Anschluss stellte und die Herr Reitemeier geduldig beantwortete. Beim anschließenden Imbiss in der Kapelle gingen die Gespräche dann weiter und Herr Reitemeier versicherte unserem Vorsitzenden Herrn Behrmann, dass er gern wieder einmal zu uns kommen würde. Wie schön. Ich werde mir das bestimmt nicht entgehen lassen. Vielleicht sind ja auch Sie neugierig geworden und wir sehen uns beim nächsten Mal.

Herr Behrmann begrüßt den Referenten Prof. Reitemeier
Herr Reitemeier vermag sein Publikum zu bannen
Die vielen Fragen beantwortet Herr Reitemeier geduldig
Rege Diskussionen beim Imbiss nach dem Vortrag

 

Einladung zur Mitgliedersammlung

Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen zur Mitgliedersammlung des Kirch-Bauvereins St. Christophorus

am 24. April 2025 um 19.30 Uhr 
in die St. Christophoruskirche

  1. Begrüßung der Anwesenden und Grußwort des KV
  2. Feststellen der TO
  3. Berichte:
    • Vorsitzender
    • Schatzmeister
    • Rechnungsprüfung, anschl. Antrag auf Entlastung des Vorstandes und Wahl einer neuen Prüferin/eines neuen Prüfers
  4. Antrag des Vorstandes auf Erhöhung des Mitgliederbeitrags
  5. Termine für das Jahr 2025
  6. Der Vorstand lädt ein zum Imbiss
  7. Vortrag von Uwe Dzeia: Die frommen Bienen (Eine Geschichte der Honigbienen in den Klöstern)

Interessenten sind willkommen.

Adventskonzert am zweiten Advent in Reinhausen

Am zweiten Advent lud der Kirch-Bauverein zu einem ganz besonderen Konzert in die Christophoruskirche. Es stand unter dem Motto „Play Advent“, inspiriert von dem Klaviertrio, das in den 1960er Jahren großen Erfolg mit Konzerten und Aufnahmen unter dem Titel „Play Bach“ hatte: Stücke des Thomaskantors wurden mit Jazzelementen angereichert und neu interpretiert. Das war auch der Ansatz des Pianisten Wolfgang Petrak. Bekannten Weihnachtsliedern, die wir alle aus unserem Gesangbuch kennen (z.B. Es ist ein Ros entsprungen, O Heiland reiß die Himmel auf) stellte er Improvisationen voran, die am Anfang noch die originale Melodie erkennen ließen, sich dann jedoch zu einer Klangpracht aufschwangen, als schwebte der Geist Franz Liszts über uns. Wunderbares Klavierspiel, das den weiten Kirchenraum füllte.

Klang der Musik und Klang des Worts – beides war gleichberechtigt an diesem Abend. Die Sopranistin Gundula Bernhold überzeugte nicht nur als Sängerin, etwa in den jazzig angehauchten Solostücken „Children’s Play Song“ und „A child is born“, sondern auch als einfühlsame, den Text geradezu melodisch umsetzende Rezitatorin. Sie trug Stellen aus dem Buch Jesaja vor und Gedichte von Bertolt Brecht, und in dieser Gegenüberstellung war augenfällig, wie sehr dieser entschieden atheistische Dichter Bilder und Motive aus der Bibel sich angeeignet hat. In seiner Begrüßung hat Henning Behrmann die Antwort zitiert, die Brecht auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch gegeben hatte: Sie werden lachen, die Bibel!

Wolfgang Petrak war nicht nur Pianist, sondern auch kluger Moderator, der in Zwischentexten zu Eigenart und Entstehung der Lieder manches Wissenswerte vortrug. Etwa Maria Ferschl. Haben wir je von ihr gehört? Österreicherin, Lehrerin in Wien, Verfasserin des Lieds „Wir sagen euch an den lieben Advent“. Oder der „Children’s Play Song“ des Jazzpianisten Bill Evans, in dem sich ein Variationenthema von Mozart verbirgt. Diese und weitere interessante Details hielt Petrak für uns bereit. Und das Publikum war auch gefordert. Einen Summton sollten wir erzeugen, keine Tonfolge, sondern jeder den Ton, der ihm behagte. Über diesem Summchor breitete Petrak eine weitere Improvisation aus, was zu einer sehr eigenartigen, meditativen Stimmung führte. Einzelne Liedstrophen wurden auch textgetreu gesungen, teils a capella, teils zu begleitendem Klavier. Hier gab es aber auch irritierende Momente. O Heiland reiß die Himmel auf, morgens noch im Gottesdienst gesungen, war in dieser Version befremdend, distanziert und ein wenig verstörend. Es fehlten ihr Wärme und Fülle. Weil man noch die Orgelbegleitung im Ohr hatte? Vielleicht. Trotzdem war aber auch diese Erfahrung inspirierend und bereichernd.

Am Ende gab es herzlichen Applaus für einen großartigen Pianisten und für eine Sängerin, die ihren Texten – ganz gleich, ob gesprochen oder gesungen – eine hervorragende Interpretin war.

Frank-Michael Wohlers

Öffentliche Kirchenführung zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2024

Herzliche Einladung zur Kirchenführung zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2024 um 15 Uhr. Lassen Sie es sich nicht entgehen, in die Geschichte unserer mehr als tausend Jahre alten Kirche und des ehemaligen Klosters einzutauchen und mehr über die mittelalterlichen Wandmalereien, den Flügelalter und andere Schätze zu erfahren.

Besuch aus Arizona

Im Mai diesen Jahres weilte der Mittelalterspezialist Prof. Albrecht Classen von der University of Arizona zu einem Gastwissenschaftleraufenthalt in Göttingen. Dabei ließ er sich es nicht entgehen, auch die Kirche von Reinhausen zu besuchen. Unser Vorsitzender Henning Behrmann war gern bereit, ihm die Kirche zu zeigen und über die Wandmalereien zu fachsimpeln.

Wandmalereien in St. Christophorus

Liebe Leserinnen und Leser,
Der Kirchenvorstand hatte zu einem Ortstermin am 28.4.22 eingeladen; die Restauratorin, Frau Heine, wollte die Ergebnisse ihrer Schadensuntersuchung an den Wandmalereien vorstellen. Außer dem Kirchenvorstand und ihr waren noch vertreten: das Amt für Bau- und Kunstpflege, die staatliche Denkmalspflegerin, Frau Dr. Klein, und der Kirch-Bauverein. Dessen Vorsitzender, H. Behrmann schreibt diesen Bericht allerdings nur vom Gespräch über die Wandmalereien der Eingangshalle.

Zu Beginn gab es eine kleine Lektion: Bei den Malereien in der Kirche handelt es sich nicht um Fresken; denn die gibt es laut Auskunft von Frau Dr. Klein „im Norden“ nicht oder sehr selten. Die Malereien in St. Christophorus nennt man daher sachlich korrekt: Wandmalereien bzw. Kalkmalereien; d.h. in diesem Verfahren werden die Farben im Unterschied zu den Fresken auf den trockenen Putz gemalt.

Die Eingangshalle der Kirche
Grundsätzlich stammen die Malereien hier aus dem Mittelalter, obwohl zahllose Spuren späterer Bearbeitung bei der Schadensermittlung entdeckt worden sind. Der Zustand von Putz und Farben ist so, dass dringender Handlungsbedarf besteht. An manchen Stellen brauchte es wahrscheinlich nur einen kleinen Druck, und der Putz fiele herab, könnte dann aber auch nicht wieder ersetzt werden. Putz und Farben sind teilweise mit Salz durchtränkt; die Ursache dafür sind Nässeschäden, deren Herkunft untersucht werden muss.

In der nächsten Zeit werden Frau Dr. Klein und Frau Heine eine Musterfläche erstellen; anhand derer wollen sie herausfinden, wie die nächsten Schritte der Restaurierung aussehen müssen. Oberstes Ziel dabei ist, möglichst gar nicht in den Bestand von Putz und Bemalung einzugreifen, sondern Techniken auszuprobieren, den lockeren Putz dauerhaft zu befestigen und die Malereien gründlich und fachgerecht zu reinigen. Danach können der wahrscheinliche Arbeitsumfang für die Restauratorin und die dabei entstehenden Kosten ermittelt werden und das Gesamtpaket dem Kirchenvorstand zur Entscheidung vorgelegt werden.

Alles in allem, eine spannende „Unterrichtsstunde“ der beiden Frauen, die mit viel Fachwissen und Engagement uns diesen „Fall“ präsentierten.

Frau Dr. Klein wies darauf hin, dass es nur wenige Kirchen in Südniedersachsen gäbe, die solche Wandmalereien hätten. Ein besonderes Erbe unserer Vorfahren, das auch verpflichtet.

Wollen Sie nicht helfen, diese Kostbarkeiten in unserer Kirche zu erhalten?  Dann werden Sie doch Mitglied im Kirch-Bauverein; mit einem Euro pro Monat sind Sie dabei. Auf der Internetseite des Vereins finden Sie hier ein Beitrittsformular, und wenn Sie kein Mitglieder werden möchten, freuen wir uns auch über eine Spende. Die Kontonummer finden sie hier.

Herzliche Grüße
Henning Behrmann, Vors. des Kirch-Bauvereins St. Christophorus

Fresken des Heiligen Christophorus

Liebe Leserin und lieber Leser,

wenn Sie in die Reinhäuser Kirche kommen, fällt Ihr Blick auf das Bild des Heiligen Christophorus:


Ein Blick am Morgen auf das Bild gibt laut Legende Mut und Vertrauen für den Tag. Ein fachmännischer  Blick zeigt aber etwas anderes: verblasste Farben, abgeblätterter Putz, Verschmutzung und  Pilzbefall,  so wie bei den anderen Fresken in der Kirche auch. Eine Restauratorin erhielt daher den Auftrag, die Schäden zu ermitteln. Das Angebot dafür liegt vor und beträgt 3.549,53 €. Die Ev. Landeskirche Hannover hat eine Förderung in Höhe von 1.800,-€ zugesagt und der Kirch-Bauverein 1.749,53 €  dank Mitgliederbeiträgen und Spenden. Damit ist die Finanzierung gesichert. Der Kirchenvorstand  will auf seiner Sitzung Ende Februar 2021 über die Vergabe des Auftrages beraten.

Der Vorstand des Kirch-Bauvereins freut sich, dass die ersten Beschlüsse für die Restaurierung der Fresken nun gefasst sind und hofft, dass die nächsten zügig folgen werden.  Die staatliche Denkmalspflegerin, Frau Dr. Klein, sagte bei einem Ortstermin, dass es nur wenige Kirchen in Südniedersachsen gäbe, die solche Fresken vorweisen könnten. Und diese seien auch von erheblicher künstlerischer Qualität. Das sind Aussagen, die den Vorstand des Kirch-Bauvereins beflügeln, sich weiterhin aktiv für die Restaurierung der Fresken in der Reinhäuser Kirche einzusetzen. Wenn Sie auch dieser Meinung sind – wie wäre es mit einer Spende auf das Konto der Kirch-Bauvereins?   IBAN DE 82 2605 0001 0056 0138 73 Sparkasse Göttingen.  Der Vorstand würde sich sehr freuen.  Ihnen und  Ihrer Familie wünsche ich  viel Gutes für das Neue Jahr 2021 – vor allem Gesundheit.

Herzlich    Henning Behrmann,  Vors. des Kirch-Bauvereins Reinhausen

Swing im Klostergarten

Am Samstagnachmittag standen wir im Klostergarten, den bangen Blick zum Himmel oder auf die Wetter-App gerichtet. „Was sagt Deine App zum Wetter morgen, sollen wir es wagen?“

Wir haben es gewagt. Es hat nicht geregnet, und es war warm geworden. Die Location war äußerst ansprechend hergerichtet mit Tischgruppen, Sitzbänken, Bistrotischen. Schon während des Konzerts konnte man sich mit Getränken und Essbarem versorgen.
Eine ungezwungene, fröhlich Atmosphäre lag über dem Platz. Und ganz schnell hatten die Musiker ihr Publikum erreicht, man sah allenthalben Füße, die mit der Musik wippten, leicht schwingende Oberkörper und nickende Köpfe – Swing eben, dieser leichte, belebende Rhythmus mit seinen unmerklichen Taktverschiebungen, die „ins Blut gehen“.

Kein Wunder, dass die Nazis die Musik für gefährlich hielten und sie verboten. Jugendliche, die sich damals in Swing Clubs trafen, mussten mit Strafen rechnen. Der legendäre Jazz-Gitarrist Coco Schumann, der in verschiedenen KZs inhaftiert war und sie überlebt hat, schreibt in seiner Autobiographie: „Wer den Swing in sich hat, der kann nicht mehr im Gleichschritt marschieren.“

Eine Stunde beschwingte Musik hören – die alten Titel wie „Hello Dolly“, oder den „Basin Street Blues“, oder „Ice cream“ immer wieder neu. Die Zuhörerschaft dankte den Musikern mit starkem Applaus.

Der Vorstand des KBV dankt allen, die diese Veranstaltung vorbereitet haben, und die gespendet haben – im Vorfeld und nach dem Konzert. Ein besonderer Dank geht an die Familie Geries für ihre großartige Gastfreundschaft!
(Henning Behrmann, Vors. des KBV St. Christophorus)